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Verkaufsschlager aus der Schmiede Verkaufsschlager aus der Schmiede
Mehr als ein halbes Jahrhundert lang haben sich Ingenieure und Tüftler bemüht, eine Maschine für das Stechen von Weißtorf zu entwickeln. Erst dem Twister Dorfschmied Hermann Backers (1916–2003) gelang 1955 eine technisch überzeugende Lösung, die heute noch eingesetzt wird.

Mehr als 300 dieser Steba genannten Maschinen sind in der 1816 gegründeten Schmiede, die sich inzwischen zur weltweit agierenden Maschinenfabrik mit mehr als 30 Mitarbeitern entwickelt hat, bis 1990 entstanden. „Noch heute stehen die meisten im Einsatz“, erzählt Geschäftsführer Heinz Christian Backers. Die Geräte sind so begehrt, dass runderneuerte gebrauchte Steba mehrere Zehntausend Euro kosten. Umso erfreuter war er, als eine Maschine zum Verkauf stand. Backers erwarb sie und hat das Gerät jetzt dem Emsland-Moormuseum zur Verfügung gestellt.

Museumsmitarbeiter Ansgar Becker konnte verkünden, dass der technische Meilenstein in der Geschichte des industriellen Torfabbaus in der neuen Museumshalle einen Ehrenplatz bekommen wird. Die Steba habe schon lange auf dem Wunschzettel des Museums gestanden, es sei aber sehr schwierig, eine zu erwerben. Denn überall, wo Weißtorf gestochen wird, stünden die Geräte im Einsatz, weil sie auch unter schwierigen Bedingungen einwandfrei arbeiten.

Deshalb sei man der Familie Backers für die Leihgabe besonders dankbar. Weißtorf ist wegen seiner schwierigen Eigenschaften nicht so einfach maschinell abzubauen wie Schwarztorf. Rund 70 Jahre nach Beginn des Maschineneinsatzes in der Torfindustrie gab es noch keine brauchbare Technik. Umso mehr strengten sich die Erfinder an, um den teuren und mühseligen Abbau von Hand zu mechanisieren.

Patentiert
Heinz Backers weiß von seinem Vater, wie knapp der Wettlauf gegen die Konkurrenz anderer Erfinder und der Ingenieurbüros ausging. Im September 1955 sei die Steba zum Patent angemeldet worden, im Dezember stellte das Heseper Torfwerk ein eigenes System vor, das sich aber gegen die Steba am Markt nicht durchsetzen konnte. Daran könne man erkennen, wie wichtig der Patentschutz bei Erfindungen in kleinen Firmen sei.

Für die Dorfschmiede war dies der Anfang im Spezialmaschinenbau. Erster Kunde war das Torfwerk Minke im Hahnenmoor in der heutigen Samtgemeinde Herzlake. Sie kaufte gleich drei Maschinen. Hermann Backers entwickelte auch die in 70 Exemplaren gebaute Planiermaschine Plaba und die Umschichtmaschine Umba, von der 15 Stück entstanden.

Seit 1989 werden bei Backers Maschinenbau in Twist Sternsiebanlagen gebaut. Dabei sortieren um eine Achse rotierende, mit elastischen Fingern besetzte Walzen Materialien nach ihrer Größe. Weil der Kranz der Sortierfinger in der Seitenansicht sternförmig aussieht, spricht man von Sternsieben. Die ersten gingen an Torf- und Erdenwerke, später komplettierten spezielle Geräte für das Baugewerbe, Recyclingbetriebe und den Gleisbau das Angebot. Anbaugeräte ermöglichen die Baugrundverbesserung. Ebenso wie vorher die Torfmaschinen sind auch Sternsiebanlagen weltweit begehrt. Der Exportanteil habe in den vergangenen Jahren zwischen 70 und 95 Prozent gelegen, so Backers.

Zukunftspläne hat die Familie Backers, bei der inzwischen die achte Generation in den Betrieb einsteigt, bereits geschmiedet. Man denke über den Bau weiterer Gebäude nach, verrät Backers.
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